Gaspreisentwicklung
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Gas ist kein regenerativer, sondern ein fossiler Energieträger. Die Gasvorkommen sind zwar noch lange nicht erschöpft und neue Vorkommen werden immer noch in vielen Teilen der Welt erschlossen, jedoch sind sie grundsätzlich endlich. Güter, die sich- wenn auch über einen längeren Zeitraum - verknappen, werden teurer. Das kann der Endverbraucher jedes Jahr an seiner Gasrechnung ablesen. Beispielsweise verdoppelte sich der Gaspreis in Deutschland innerhalb von nur vier Jahren zwischen 2001 und 2006. Im Durchschnitt verbraucht eine vierköpfige Familie, wohnhaft in einem Einfamilienhaus mittlerer Größe, 33.540 Kilowattstunden jährlich. Dafür zahlte sie 2001 rund 1.000 Euro, 2006 mehr als 2.000 Euro.
Preisschwankungen und Wettbewerb
Der Anstieg des Gaspreises verläuft allerdings nicht kontinuierlich. In der oben angesprochenen Phase zwischen 2001 und 2006 sank der Gaspreis beispielsweise in den Jahren 2003 und 2004 jeweils deutlich, um dann später wieder anzuziehen. Rechnet man die Schwankungen heraus, ergibt sich auch in den Folgejahren 2007 und 2008 ein deutlicher Preisanstieg von durchschnittlich 7,4%. Neben den weltmarktbedingten Schwankungen sind außerdem erhebliche Preisunterschiede zwischen einzelnen Gasanbietern zu verzeichnen, die bis zu 25% im Vergleich zum Durchschnittsgaspreis ausmachen können. Der Verbraucher kann vom Wettbewerb auf dem Energiemarkt profitieren und so allgemeine Gaspreisanstiege zumindest abfedern. Dieser Effekt könnte allerdings noch stärker ausfallen, wenn sich die marktbeherrschende Stellung einzelner Energieversorger in Deutschland relativieren würde und wenn mehr Kunden die Möglichkeit eines Anbieterwechsels nutzen würden.
Auswirkungen der Ölpreisbindung
Seit etwa 50 Jahren sind in Deutschland die Gaspreise an die Ölpreisentwicklung gekoppelt. Steigt oder sinkt der Preis für Erdöl, folgt der Gaspreis dieser Entwicklung in einem Abstand von drei bis sechs Monaten. Diese Vereinbarung zwischen den Öl- und Gasversorgern ist mittlerweile höchst umstritten, weil sie zumeist zum Nachteil der Verbraucher ausfällt. Als beispielsweise im Gefolge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009/10 die Nachfrage nach Öl und somit der Ölpreis deutlich sank, blieben aufgrund der Zeitverzögerung die Gaspreise so lange hoch, bis der Ölpreis wieder anzog. Während kurzfristige Preissenkungen nicht an den Verbraucher weitergegeben werden, schlägt sich die langfristige Preissteigerung beim Öl deutlich im Gaspreis nieder. Den absehbaren Trend zur Verteuerung von Gas würde aber auch die Aufhebung der Ölpreisbindung nicht umkehren können.
Prognose
Wegen der knappen Energieressourcen und der erwartbaren Steigerung der Nachfrage, vor allem in Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien, wird der Gaspreis langfristig weiter ansteigen. Die Politik hat in Deutschland die Möglichkeit, über kartellrechtliche und wettbewerbspolitische Schritte einzugreifen und so die Preisentwicklung zumindest leicht zu bremsen, beispielsweise durch die Aufhebung der Ölpreisbindung und das Vorgehen gegen Preisabsprachen und unbegründete Preisanhebungen. Größere Effekte sind jedoch eher von Seiten der Verbraucher zu erwarten, indem sie vermehrt von der Möglichkeit eines Anbieterwechsels Gebrauch machen.