Strom-, Gas- und DSL-Anbieter vergleichen

Vergleichen Sie kostenlos und unverbindlich Stromanbieter, Gasversorger und DSL-Anbieter und sparen Sie durch einen Wechsel Monat für Monat bares Geld. Nutzen Sie dafür einfach die umfangreichen Vergleichsrechner.

Der Strommarkt in Deutschland

Anzeigen

Energie ist das Zukunftsthema schlechthin. Sie wird immer teurer (Benzin, Gas, Strom), zeitgleich wächst das Bewusstsein der Menschen um die Gefahren der Energie-Herstellung, wie die Folgen der Reaktorkatastrophe von Fukujima zeigen. Der Strommarkt steht gleichermaßen wie die Politik in der Bundesrepublik vor der Mammutaufgabe, die ständig steigenden Preise zu bekämpfen, zeitgleich aber ebenfalls den Ausstieg aus den sogenannten Risiko-Technologien (Atomkraft) zu schaffen. Ein Teil des Problems ist jedoch hausgemacht.

Das Wendejahr 1998
In den 90er Jahren erließ die EU eine Richtlinie, die eine Liberalisierung des Strommarktes forderte. Das europäische Papier sprach dabei von einer „stufenweisen Überführung in den Freihandel“. Die Stromerzeugung in der Bundesrepublik war bis dahin in öffentlicher Hand und in drei Stufen organisiert, wobei acht Verbundunternehmen 82 Prozent des gesamten Strombedarfs deckten. 80 regionale und mehr als 900 kommunale Unternehmen sorgten für den restlichen Bedarf. Anders als die meisten anderen Länder entschied die neue rot-grüne Bundesregierung auf eine schrittweise Liberalisierung zu verzichten und überführte sofort 100 Prozent der Stromversorgung in die private Hand. Die Folge war eine Konzentration der Anbieter. Die acht Verbundunternehmen fusionierten zu den vier marktbeherrschenden Firmen E.on, Vattenfall Europe, RWE und EnBW. Die defizitären Kommunen begannen damit, Stadtwerke abzustoßen.

Der Konstruktionsfehler in der Liberalisierung des deutschen Strommarktes
Die Liberalisierung des Strommarktes hat mit einem Geburtsfehler bis heute zu kämpfen. Die acht regionalen Verbundunternehmen, die zu den vier Marktführern in Deutschland fusionierten, waren regional aufgeteilt, um untereinander nicht in Konkurrenz zu stehen. Dies bedeutet, die vier Unternehmen haben in ihrem Gebiet keinen Gegenspieler, der über eine vergleichbare Größe verfügt und können deshalb die Preise diktieren. Zwar sind mehr als eintausend kleine Anbieter auf den Markt geströmt, doch diese leiden unter einem weiteren Problem: 85 Prozent der gesamten Stroms, der in der Bundesrepublik hergestellt wird, stammt aus den Kraftwerken der vier großen Firmen. Kleine Unternehmen sind gezwungen, an der Leipziger Strombörse das Produkt der Marktführer zu erwerben und können deshalb nicht deren Preise unterbieten. Der Wettbewerbsgedanke ist auf diese Weise ausgehebelt. Das faktische Ergebnis, der regionalen Aufteilung der Marktführer und des Kraftwerkvorteils dieser Großunternehmen war die Entstehung eines Stromkartells in der Bundesrepublik.

Ein Blick in die Zukunft: Zeichen der Besserung
Inzwischen beginnt das Kartell allerdings zu bröckeln. Diese Entwicklung ist das Resultat gleich mehrerer Prozesse. So beginnen Kommunen, Stadtwerke zurückzukaufen, da es dem politischen Willen der Bevölkerung entspricht, diese in öffentlicher Hand zu wissen. Außerdem haben sich mehrere kleine Unternehmen zusammengeschlossen und können deshalb effektiv die Preise der großen Unternehmen unterbieten. Zeitgleich wächst das Bewusstsein der Menschen dafür, dass sie durch einen Wechsel Geld sparen können. Die traditionell hohe Kundenbindung im Stromsektor löst sich zunehmend auf. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) denkt über einen Wechsel nach. Zeitgleich drängen auch verstärkt ausländische Anbieter auf den deutschen Markt, die mit den deutschen Großunternehmen konkurrieren können. Durch den beschlossenen raschen Ausstieg aus der Atomenergie (komplett bis 2022), die momentan 25 Prozent der Grundlast trägt (des minimalen täglichen Stromverbrauchs), und deren Kraftwerke sich praktisch ausnahmslos in den Händen der vier Marktführer befinden, steht der deutsche Strommarkt vor einer Revolution, deren Folgen momentan noch nicht absehbar sind.